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Neuigkeiten vom Lions Club Gera


17.03.2019

LAND DER VERSCHWENDER

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr auf dem Müll
Von Wulf Mämpel | Stellv. Chefredakteur | LION März 2019

Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem - weltweit wird etwa die Hälfte der produzierten Nahrungsmittel weggeworfen. Abfälle entstehen nahezu an jeder Etappe der Verbraucherkette. Betroffen sind vor allem frische Artikel wie Backwaren, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst. Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet aber nicht automatisch, dass Lebensmittel verdorben sind. Es zeigt nur an, bis zu welchem Zeitpunkt das Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung mindestens haltbar ist. Ist die Packung noch original verschlossen, lohnt sich also ein Kontrollblick: Sieht es gut aus, riecht es gut und besteht es einen Geschmackstest? Dann ist es nach wie vor zu verwenden.

Die Fakten sind alarmierend: Der Wert der jährlich weggeworfenen Lebensmittel in Deutschland liegt bei rund 21 Milliarden Euro. 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr von Industrie, Han-del, Großverbrauchern und Privathaushalten entsorgt. 61 Prozent der Lebensmittelabfälle fallen dabei auf die privaten Haushalte. 47 Prozent der Lebensmittelabfälle in deutschen Haushalten wären vermeidbar. Noch weitere 18 Prozent wären teilweise vermeidbar. 90 Millionen Tonnen sind es pro Jahr in der EU. Angesichts der weltweiten Hungerszenarien sind diese Tatsachen alarmierend. Man muss sich fragen, ob wir denn von allen guten Geistern verlassen worden sind. Die Armutsdebatte in unserem Land wird angesichts dieser Zahlen ad absurdum geführt.

Die Frage ist, was ist gegen die Verschwendungssucht zu tun? Wie in vielen Fällen muss das Elternhaus in erster Linie die Vorbildfunktion übernehmen. Ich erinnere mich gerne an Omas Schinken, der viele Monate in der Vorratskammer hing und von jedem Familienmitglied „verkleinert“ wurde, bis der Rest in der Erbsensuppe landete. Niemand wäre auf die Idee gekommen, dass der Luftgetrock-nete „schlecht“ sei oder reif für den Abfall. Ähnlich war es bei den ersten Fäulnisanzeichen bei Äpfeln und Birnen: Mit dem Messer wurden die Stellen herausgeschnitten und das Obst wurde verzehrt. Übrigens haben wir alle überlebt!

Die Folgen der Wegwerf-Mentalität sind für den Umweltschutz von großer Bedeutung: Der Abfall ist unmittelbar mit dem Verbrauch von Rohstoffen verbunden. So werden beispielsweise knapp 30 Prozent der weltweit verfügbaren Anbauflächen durch weggeworfene Lebensmittel verschwendet. Endlich greift die Bundesregierung das Thema auf: In Deutschland wirft jeder Bürger durchschnittlich 55 Kilo Lebensmittel pro Jahr weg - dabei könnte vieles noch gegessen werden.

Gegen diese Verschwendung will die Bundesregierung mit Maßnahmen vorgehen, die Verbraucher und Wirtschaft in die Pflicht nehmen sollen. Vor dem Hintergrund, dass mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt hungerten, bestehe Anlass zum Handeln, sagt Bundes-Ernährungsministerin Klöckner. Das Ziel: Bis 2030 soll die Menge weggeworfener Lebensmittel halbiert werden. Hinzu kommt der Verpackungsirrsinn - Papiertüten tun es auch und das Mitnehmen von Körben, wenn man den Markt aufsucht.

Wir Lions sollten zudem Aktionen starten, die zur Reduzierung des Wohlstandsmülls beitragen. Kooperationen mit Vereinen und Initiativen könnten helfen, den Zeitgeist zu verändern. Ein „Etwas we-niger“ ist besser als ein „Immermehr“!




 
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